Bondage, Seil, Shibari — was ist was?
Bondage ist der weite Begriff: Menschen binden einander — mit Seil, Bändern, Manschetten, Klebeband oder auch nur mit einem Wort. Was daraus wird, hängt ganz davon ab, was die Beteiligten damit vorhaben.
Bondage mit Seil ist das, was bei uns passiert: Seil als Material, mit allem, was daran hängt — wie es sich anfühlt, wie es sich führen lässt, was es mit einem Körper und mit zwei Menschen macht.
Shibari nennen wir es trotzdem, weil die meisten es unter diesem Namen kennen und danach suchen. Genau genommen bezeichnet Shibari (japanisch für „binden", oft auch Kinbaku genannt) die japanische Fesselkunst mit ihrer eigenen Geschichte, Ästhetik und Formensprache. Sie ist ein wichtiger Teil dessen, was wir machen — aber nicht der einzige.
Wir sind offen für alle Stile
Bei uns gibt es keine „richtige" Art zu fesseln. Japanische Stilrichtungen wie Semenawa oder Aibunawa gehören genauso dazu wie westlich geprägtes Bondage, dekoratives Fesseln oder das, was ihr euch selbst zusammenbaut. Wer etwas anderes gelernt hat als wir, ist willkommen — wir lernen daran mit.
Wichtiger als die Frage, welchem Stil etwas zuzuordnen ist, finden wir die Frage nach der Intention: Was wollt ihr eigentlich miteinander erleben? Daraus ergibt sich meist von selbst, welche Technik passt.
Worum es dabei gehen kann
Fesseln kann sehr Verschiedenes sein, und alles davon ist in Ordnung:
- Verbindung — die Aufmerksamkeit füreinander, das Tempo, das Miteinander im Prozess
- Ästhetik — Muster, Linien, Bilder, Fotografie und Performance
- Empfindung — Druck, Spannung, Halt, Bewegung und deren Fehlen
- Kontrolle und Hingabe — Machtgefälle, Vertrauen, Loslassen
- Ruhe — für manche ist Fesseln vor allem ein Ort, an dem der Kopf leiser wird
- Handwerk — Technik verstehen, üben, verfeinern
Und immer mit dabei: Sicherheit, Kommunikation und Konsens. Das ist kein Zusatzthema, sondern Teil der Technik — in jedem unserer Formate.